Aldo Gnocchi – Der Content Marketing Stratege

Aldo Gnocchi ist Experte für Content Marketing und Digital Marketing. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen, die er während rund 15 Jahren in dem Bereich sammeln durfte.

Wie bist Du ins Digital Marketing reingerutscht?

Bereits während meines Studiums an der Universität St. Gallen habe ich mich fürs – damals noch sehr neue – Thema Social Media interessiert und hatte dabei auch bereits die ersten Beratungsmandate für Agenturen. Kurz nach dem Master-Abschluss in Marketing, Service & Communication Management startete ich dann als Consultant für Strategieentwicklung bei Thomas Hutter, der vor allem als Facebook-Spezialist im deutschsprachigen Raum bekannt ist.

Später habe ich als Consultant bei Goldbach Interactive geholfen, ein Social Media Team aufzubauen. Wir betreuten damals namhafte Kunden wie McDonalds, AXA Winterthur, die SBB oder Swisscom.

Nach der Geburt meiner Tochter habe ich mich dann 2014 mit der Gnocchi GmbH selbstständig gemacht. Den Fokus lege ich damit vor allem auf Strategieentwicklung, Know-how-Transfer und Kampagnenentwicklung für grosse Schweizer – und teilweise auch ausländische – Unternehmen.

Bier oder Wein?

Weder noch – keines von beidem entspricht meinem Gusto. Ich trinke sehr selten Alkohol. Wenn ich trinke, dann lieber einen Moscow Mule oder Gin Tonic.

Wie hast Du gelernt, was Du machst?

Während meiner Studienzeit habe ich sehr viele Grundlagen gelernt, dann aber schnell festgestellt, dass in dem Bereich noch nicht viel tiefes Wissen vorhanden ist. Ich habe dann rasch angefangen, mir mit «Try&Error» eigene Kenntnisse anzueignen – persönlich finde ich das auch den Ansatz, der jeder im Bereich des Digital Marketings einmal durchlaufen sollte.

Im Gegensatz zu früher gibt es heute viel Theoriewissen über die Themen. Ich doziere ja auch an diversen Schweizer Hochschulen in den Bereichen Digital Marketing, Content Marketing und Social Media. Doch unabhängig davon, wie viel man von der Theorie versteht: Wenn du es wirklich beherrschen willst, musst du ins kalte Wasser springen – das bedeutet aktiv Inhalte zu produzieren, Kampagnen umzusetzen und die Tools kennenzulernen. Ein anderer Weg ist fast unmöglich.

Wie viel Zeit investierst Du in Deine Weiterbildung?

Sehr viel Zeit. Das fängt bereits am Morgen an. Nach dem Aufstehen studiere ich mindestens eine halbe Stunde Blog-Posts und Studien, höre Podcasts oder tausche mich mit meinen Peers aus dem Digital Marketing aus – so halte ich mich fit.

Ich habe etwa 30 Blogs in meiner Reader-List hinterlegt. Die App Feedly liefert mir dann immer die neuesten Beiträge – ähnlich wie ein Magazin – damit ich up to date bleibe. Ein persönlicher Favorit ist die Blogplattform Medium, die ich gerne für neue Inspirationen nutze. Ansonsten probiere ich ständig neue Funktionalitäten und Plattformen aus, suche Limitationen und Möglichkeiten, die ich wiederum in meine Arbeiten einfliessen lassen kann.

Erkläre uns Deinen Workflow in ein paar kurzen Sätzen.

Es beginnt immer mit einer Analyse der Ausgangslage, Konkurrenz und des Marktes. Dabei geht es darum, Content-Lücken, die für die Produkte des Kunden genutzt werden können, zu finden. Danach entwickle ich Ideen für Inhalte, die zur Strategie passen. Hinterher setze ich mich im Scoring Prozess mit Fragen auseinander wie:
Ist der Content relevant? Bringt er der Zielgruppe einen Benefit?

Sobald ich geeigneten Inhalt entdeckt habe, muss dieser eingeplant werden. Einerseits müssen sinnvolle Publikationsdaten identifiziert und anderseits muss der Aufwand für die Produktion des Inhalts berücksichtigt werden. Letzteres ist natürlich abhängig vom gewünschten Format. Mein Tipp ist, auch immer genügend Puffer einzubauen – sei es für Feedback-Loops oder Übersetzungen bei mehrsprachigem Content.

Zur Unterstützung des ganzen Prozesses gibt es verschiedene Tools. Ein gutes Beispiel dafür ist Scompler, das beim Scoring Prozess und der Verbindung zwischen Strategie und Inhalt hilft. Sobald der Content dann publiziert ist, muss man diesen tracken, um die Effektivität der Massnahmen einschätzen zu können.

Auf welches Marketing-Tool kannst Du nicht verzichten?

SEO Tools sind sehr wichtig. Sie helfen dabei herauszufinden, ob bestimmte Keywords für die Zielgruppe relevant sind und auf welche Begriffe der Content ausgerichtet werden muss. Weiter nutze ich häufig ein Tool namens Buzzsumo, das mir Infos dazu liefert, welcher Content zu einem Begriff bereits gut performt.

Wenn Du mit Deinem heutigen Wissen noch einmal mit Digital Marketing starten würdest, was würdest Du anders machen?

Dank YouTube, Instagram-Stories oder Tiktok weiss besonders die junge Generation, dass das Thema Video hoch im Kurs ist. Videos müssen zur richtigen Zeit (Kaufprozesse), am richtigen Ort, in der passenden Qualität auffindbar sein und für die Menschen einen Mehrwert und eine Relevanz darstellen. Mit Videos lässt sich im Marketing viel bewegen. Ich würde definitiv mehr auf audiovisuelle Inhalte setzen. Zu spät ist es selbstverständlich nie.

Andererseits möchte ich die gesammelten Erfahrungen aus der Übergangszeit (Klassisches Marketing vs. Digitales Marketing) nicht missen. Als Berater war ich oft als «Digital-Marketing-Missionar» unterwegs. Das war eine spannende Schule und hilft mir auch jetzt noch, neue Themen rüberzubringen und die digitale Transformation in Unternehmen voranzutreiben.

Brennt Dir eine weitere Frage an Aldo auf der Zunge? Dann stell sie jetzt in den Kommentaren!

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