Cédric Bollag – Start-up Enthusiast und YouTube-Creator

Cédric Bollag ist Gründer der Video-Plattform «GlobalTechBox», mit welcher er auf YouTube als Host über die Themen Start-ups, Tech und Innovationen berichtet. In seiner Flagship-Serie «The Startup Show» interviewt er seit rund vier Jahren verschiedene Gründer von interessanten Start-ups. Mittlerweile unterhält Cédric mit seinem Team auf dem GlobalTechBox-Channel – mit einem Nischenthema – über 2000 Abonnenten und hat beinahe 650 Videos produziert.

Wie bereits letzte Woche beim Blogpost von Boris hat auch Cédric sich die Mühe gemacht und das Interview als Video aufgenommen. Das gesamte Interview mit Cédric Bollag findet ihr nachfolgend als gekürzte Fassung in Textform. Die «Extended Version» möchten wir Euch aber natürlich nicht vorenthalten. Wer 10 Minuten Zeit findet: Schaut Euch das interessante Video an – es lohnt sich!

Stell Dich bitte in Kürze vor!

Ich bin Cédric Bollag, 31 Jahre alt, bin in Zürich aufgewachsen, verheiratet, habe drei Kinder und betreibe seit viereinhalb Jahren den YouTube Kanal «GlobalTechBox». Ich hege eine grosse Leidenschaft für Start-ups, Venture-Capital und alles, was mit der Zukunft zu tun hat.

Gleich zum Start unsere entweder oder Frage: Welcher Technologie sprichst Du das grössere Potenzial zu: Blockchain oder 5G?

Eine schwierige Frage, weil sich die Technologien nicht direkt vergleichen lassen. Blockchain ist eher die «underlying» Software, mit welcher es gelingen kann, online Vertrauen aufzubauen. Mit 5G ist hingegen die Datenübertragungsrate gemeint, was enorm viele Möglichkeiten bietet im Bereich von Videoübertragungen – grosse Files die man versenden kann dank 5G. Natürlich gibt es noch dutzende andere Anwendungen für die Technologien.

5G verringert die «Latency», also die Wartezeit erheblich, welche es geben kann zwischen Sender und Receiver. Die Blockchain ist im Bereich Finance und Real Estate sehr interessant – bei allem eigentlich was irgendwie auf Vertrauen basiert. Ich sehe bei beiden Technologien sehr viel Potenzial, muss allerdings gestehen, dass ich noch keine Start-ups kenne, die beides vereinen, sowohl Blockchain als auch 5G.

Erzähl uns Deine Geschichte, wie es dazu kam, dass Du auf Deinem Youtube-Channel «GlobalTechBox» (und neu auch auf TikTok) über Tech, das Unternehmertum und besonders die Start-up-Szene sprichst.

Es hat begonnen mit einem Zwischenjahr in Israel nach der Matur. Dort bin ich zum ersten Mal richtig mit Start-ups in Berührung gekommen. Was mich aber schon immer faszinierte bei Unternehmern und Gründern war ihre Leidenschaft. Dessen «Spark in the eyes». Man kann sehen, dass sie an etwas arbeiten, wofür sie enorme Leidenschaft aufbringen. Damit wollte ich mich den ganzen Tag befassen. Die Entwicklungen bei jungen Unternehmen sind zudem enorm spannend, weil diese stets einige Jahre voraus sind. Weil ich mich in dieser Szene bewege, befinde ich mich selbst immer ein wenig «on the Edge of the Future». Ich kann über Technologien und dergleichen berichten, bevor sie den Mainstream erreichen. Die Kombi aus Ungewissheit, Überraschung und neues Entdecken fasziniert mich und hat mich dazu bewogen, mit «GlobalTechBox» über diese Themen zu berichten.

Wem die Startup-Szene völlig fremd ist: Was empfiehlst Du jemandem, bevor er oder sie in ein Start-up investiert? Wie gelingt der optimale Einstieg in diese «Welt»?

Man sollte es langsam angehen und nur investieren, was man bereit ist, auch wieder zu verlieren. Bei den ersten Investments ist es besonders wichtig, dass man sich bei Dingen involviert, bei welchen man sieht, dass ein Gründer an einem Problem oder Projekt arbeitet, das sich langfristig etablieren kann. Dieser lange Horizont zu haben ist enorm wichtig. Start-ups entwickeln sich selten so schnell, wie zum Beispiel Instagram, das nach 14 Monaten an Facebook verkauft wurde für eine Milliarde USD. Das ist eher eine Ausnahme, über welche leider zu oft in den Medien berichtet wird. Wenn man als Angel Investor unterwegs ist, ist es wichtig, dass man sich zwei, drei Personen aussucht und dort investiert, wo man glaubt, dass sie umsetzen können, was sie versprechen.

Um etwas Goldgräberstimmung zu verbreiten – angenommen Du würdest 10 Millionen erhalten, um diese zu investieren: Wie und wo würdest Du das Kapital einsetzen?

Ich würde sicherlich die 10 Millionen unterteilen in verschiedene Kategorien, sprich First Time Investments und Follow-on Investments. Von 2 Millionen würde ich je 100’000 CHF in 20 verschiedene Start-ups investieren über einen Zeitraum von 12-24 Monaten – ich würde also ungefähr jeden Monat in ein neues Start-up investieren. Dort würde ich mich aktiv einbringen und herausfinden, welche am besten funktionieren und wo das Potenzial am grössten ist. Wenn sich eine Firma gut entwickelt, kann von den übrigen 8 Millionen gebrauch gemacht werden und mit diesen «Reserven» als Follow-on Investment weiter investiert werden.

Zum Wo: Besonders fasziniert bin ich von Firmen im Bereich «Future of Healthcare». FinTech Start-ups gibt es ebenfalls sehr interessante oder aber auch solche im Bereich «Impact Investment», welche sich mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz auseinandersetzen. Bei diesen Start-ups erhält man nicht nur ein «Capital Return on Investment» sondern hilft auch mit, die Welt zu schonen und zu verbessern.

Was ist die wichtigste Erfahrung, die Du in Deiner Zeit als YouTube-Creator machen durftest?

Einerseits natürlich all die Erfahrungen, die ich bei den Begegnungen mit den spannenden Personen machen durfte, die ich bei «GlobalTechBox» im Gespräch hatte. Hunderte Start-up Founders die bei mir im Interview waren. Aber auch Begegnungen mit berühmten Unternehmern wie Jean-Claude Biver, welchen ich treffen durfte. Im hohem Alter ist er noch sehr aktiv und möchte jeden Tag Grosses erreichen. Eine sehr interessante Persönlichkeit!

Auf der Videoproduktions-Seite ist die wichtigste Erfahrung für mich, dass man seine eigenen Ziele definiert und nicht als einzige Messwerte zur Erfolgsmessung auf die Views und Reichweite blickt, vor allem wenn man einen YouTube-Kanal unterhält, der sich mit einem Thema auseinandersetzt, mit welchem man eher eine Nische anspricht.

Seit dem Start Deines YouTube-Channels hast Du auf GlobalTechBox beinahe 650 Videos produziert. An welchen Gast in Deiner Show oder welches Erlebnis erinnerst Du Dich besonders gerne zurück?

Wie bereits erwähnt – Jean-Claude Biver war ein sehr interessanter Gast, an welchen ich mich gerne zurückerinnere. Es sind aber eigentlich alle Entrepreneurs, die ehrlich von ihrem Lebensweg und ihren Projekten erzählten, an welche ich mich am liebsten zurückerinnere. Ein paar Start-ups die bei mir in «The Startup Show» waren, wurden später verkauft. Diese Erfolgsstorys mitzuerleben, die Gründer zu begleiten und diesen schliesslich zum Erfolg gratulieren zu können, ist auch etwas, das mir stets grosse Freude bereitet.

Brennt Dir eine weitere Frage an Cédric auf der Zunge? Dann stell sie jetzt in den Kommentaren!

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