Christian König – Über die Fintech-Szene und Kryptowährungen

Christian König wurde vom Derivat-Banker zum globalen Fintech-News-Verleger. Der Mann aus Meilen, der einst als Quereinsteiger in die Finanzwelt gelangte und später an der HSG studierte, berichtet mit seinem Team über Neuigkeiten aus der Fintech-Szene. Acht News-Webseiten bilden das von Christian gegründete Fintech News Network, welches Leser auf der ganzen Welt hat. Christian hat seine Leidenschaft rund um «Content Marketing» und «Fintech» verbunden und ist durch seine Berichte und Artikel auch als Berater und Dozent ausserhalb der Finanzbranche gefragt.

📸 Das Fintech News Network feierte im vergangenen Oktober bereits ihr 6-jähriges Bestehen.

Stell Dich bitte in Kürze vor!

Ich bin Christian König, 41, Schweizer und Ex-Finanzprodukt-Banker. Seit 6 Jahren betreibe ich ein Fintech News Medienhaus. Ich glaube an die Digitalisierung, an Content Marketing und befasse mich mit diesen Themen – auch beruflich – seit mittlerweile über zehn Jahren.

Zu Beginn unsere Entweder-oder-Frage: Sparen oder Geld ausgeben?

Geld ausgeben! Allerdings als Investition in die Ausbildung oder das eigene Unternehmen.

Als was bezeichnest Du Dich selbst Christian: Bist Du Blogger, Journalist oder sogar eine dritte Option – und wieso?

Ich war von 2012–2014, als ich den Blog «finanzprodukt.ch» betrieb, sicherlich Blogger. 2014 wurde ich sogar mit einem Award für die Seite ausgezeichnet. Heute verstehe ich mich mehr als Verleger und Vermarkter von Nischenblogs in der Finanzwelt.

Was unterscheidet das Fintech News Network von klassischen Titeln wie die Handelszeitung oder NZZ Wirtschaft?

Als wir 2014 mit «fintechnews.ch» starteten, gab es kaum Berichterstattung rund um das Thema Fintech. Wir sind ein Branchenblog und bewirtschaften mittlerweile mehrere Ausgaben von Fintech News. Neben Fintech Switzerland betreiben wir auch die Seiten Fintech Singapur, Hong Kong, Malaysia, Philippines, Middle East, Baltic und ganz neu sind wir auch in Afrika präsent. Wir verbreiten die News aber nicht nur auf unserer eigenen Webseite, sondern crossmedial. Neben unseren News-Sites bespielen wir zusätzlich noch über 140 Social-Media-Kanäle. Auch Suchmaschinenoptimierung hat bei uns einen hohen Stellenwert. Wenn man das Thema Fintech Schweiz googelt, so sind wir ganz vorne und nicht die «klassischen» Medienhäuser.

Das von Dir gegründete Fintech News Network ist sehr stark vertreten auf dem asiatischen Markt, etwa mit der Ausgabe für Singapur und Hong Kong. Wie viele Flugmeilen sammelst Du pro Jahr?

Das sind tatsächlich einige! Meinen letzten Pass musste ich nach zwei Jahren austauschen, weil keine leeren Seiten mehr für die Visa übrig waren. Dank dem Vielfliegerprogramm konnte ich oft Business fliegen. Meist war ich die letzen sieben Jahre in Südostasien vor Ort, an den Standorten Saigon (Vietnam) und Singapur und habe dort vor allem im Winter meine Zeit verbracht. Ich mag die Kälte nicht. 😉

Seit der COVID-19-Pandemie hat sich mein Standort aber etwas geändert. Südostasien habe ich im April 2020 mit einem Rettungsflug verlassen (müssen) und konnte seither nicht mehr zurückkehren – leider. 2020 habe ich dann in Zürich, Vilnius, Mexico und Dubai gelebt. Derzeit schreibe ich gerade aus Daressalam in Tansania, wo wir den Launch für unsere neue Seite Fintech News Africa vorbereiten.

📸 Christian König als Speaker an der FINNOVASIA

Welche Rolle nehmen Kryptowährungen im Bereich Fintech ein? Welche Meinung vertrittst Du als Fintech-Experte gegenüber den digitalen Währungen?

Fintech News ist kein Krypto (Trading) Portal. Uns ist es egal, wo derzeit der Kurs des Bitcoins oder Ethereums steht. Wir möchten uns abgrenzen von der jungen Krypto-Bewegung und fokussieren uns auf die Fintech-Szene. Wir denken es gibt noch grössere Themen als Kryptowährungen. Beispielsweise der internationale Remittance Market oder der Money Transfer Markt, wo vom Konsumenten noch immer zu hohe Gebühren bezahlt werden. Als ehemaliger Derivathändler stehe ich dem Thema Krypto auch aufgrund der Liquidität eher skeptisch gegenüber. Aus meiner Sicht ist es durchaus möglich, dass etwa der Kurs des Bitcoins sich nochmals verdoppelt und die 100’000er-Marke sieht. Als wahrscheinlicher erachte ich allerdings, dass der Bitcoin zumindest kurzfristig (aufgrund mangelnder Liquidität) bei beinahe Null gehandelt wird, wenn Panik ausbricht. Bitcoin zu kaufen ist einfach, verkaufen ist schwer. Dies hat man auch im Milliarden-Markt mit Euro und Franken gelernt, als die SNB die 1.20 Grenze aufgab. Der nächste Kurs lag dann bei 0.95.

Wie kam es dazu, dass Du ein Blog zum Thema Fintech lanciert hast?

Wir haben von an Anfang an das Ziel verfolgt, das Thema Fintech und Digitalisierung im Finanzwesen in der Schweiz bekannter zu machen. Startschuss war die erste Fintech/Finance 2.0 Konferenz 2013, welche ich initiierte. Danach fehlte ein Medium, dass über Fintech Neuigkeiten berichtete. Erst habe ich dies indirekt mit dem Finanzprodukt Blog gemacht. Später haben wir das Thema Finance 2.0/Fintech aus dem Blog genommen und mit fintechnews.ch eine eigene Plattform für diese Themen geschaffen. Weil ich gleichzeitig auch in Asien geschäftlich unterwegs war, haben wir dasselbe dann auch in Singapur gelauncht. Die damals grösste Tech- und Finance News Plattform hatte 2014 gerade einmal fünf Artikel pro Jahr zum Thema Fintech publiziert und das Thema überhaupt nicht auf dem Radar.

Deine Plattform feiert dieses Jahr ihr 6-jähriges Bestehen. Was war Dein grösster Erfolg, seit dem Start des Fintech News Network?

Wir zählen mittlerweile alles was Rang und Namen hat zu unseren Kunden. Von Grossbanken, über Tech-Unternehmen wie Google, Alibaba, bis hin zu bekannten Fintech-Startups oder den Big Four Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Beratung. Und das in einem Bereich, welcher gerade doppelt neu ist – Fintech und Content Marketing. Beide Bereiche sind längst noch nicht überall bekannt. Gefreut habe ich mich auch, dass ich das Thema Fintech auch in Schwellenmärkten bekannt machen konnte. So habe ich zum Beispiel Fintech Vietnam seit 2014 gepusht, was mir sogar einige TV-Auftritte zum Thema einbrachte.

2020 hatten wir ein Rekordjahr hinter uns, was wohl auch mit Covid zusammenhängt. Der grösste persönliche Erfolg war aber sicherlich, das Fintech News Network in schwierigen Zeiten und in den Anfangszeiten über Wasser halten zu können, auch wenn dies viele schlaflose Nächte mit sich zog. Als Unternehmer lernt man am meisten in solchen Zeiten.

📸 Ein Teil des Fintech News Network Teams, 2017 in Manila

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